So machen Sie älteres Mauerwerk widerstandsfähiger gegen Wind und Wetter

So machen Sie älteres Mauerwerk widerstandsfähiger gegen Wind und Wetter

Altes Mauerwerk hat oft einen ganz besonderen Charme – unregelmäßige Steine, warme Farbtöne und handwerkliche Details erzählen Geschichten vergangener Zeiten. Doch gerade weil es schon viele Jahre überstanden hat, ist es anfälliger für Feuchtigkeit, Frost und Witterungseinflüsse. Wenn Fugen bröckeln oder Ziegel zu viel Wasser aufnehmen, können schnell größere Schäden entstehen. Mit der richtigen Pflege lässt sich die Lebensdauer jedoch deutlich verlängern. Hier erfahren Sie, wie Sie Ihr Mauerwerk fit für das deutsche Klima machen.
Beginnen Sie mit einer gründlichen Bestandsaufnahme
Bevor Sie mit der Sanierung starten, sollten Sie den Zustand der Fassade genau prüfen. Gehen Sie ums Haus und achten Sie auf:
- Risse in den Fugen, besonders rund um Fenster, Türen und Sockel.
- Abgeplatzte oder poröse Ziegel, die auf Frostschäden hinweisen können.
- Dunkle Flecken oder Algenbewuchs, ein Zeichen für Feuchtigkeit.
- Salzausblühungen – weiße Ablagerungen, die zeigen, dass Feuchtigkeit durch die Wand zieht.
Notieren Sie die betroffenen Stellen und machen Sie Fotos. So behalten Sie den Überblick, wenn Sie die Arbeiten planen.
Schonende Reinigung der Fassade
Bevor Sie Schäden ausbessern, sollte die Wand sauber sein. Verwenden Sie keinen Hochdruckreiniger, da dieser Fugen und Ziegel beschädigen kann. Besser ist eine weiche Bürste und klares Wasser, eventuell mit einem milden Reinigungsmittel für Mauerwerk. Bei Algen oder Moos hilft ein umweltfreundlicher Algenentferner.
Nach der Reinigung erkennen Sie besser, wo Fugen erneuert oder Ziegel ausgetauscht werden müssen.
Fugen auskratzen und neu verfugen
Die Fugen sind die Schwachstellen des Mauerwerks. Wenn sie rissig oder bröckelig sind, sollten sie erneuert werden – das nennt man Neu- oder Nachverfugung.
- Kratzen Sie die alten Fugen etwa 1,5–2 cm tief aus – mit Fugenfräse oder Meißel.
- Entfernen Sie Staub und lose Reste gründlich mit einer Bürste.
- Befeuchten Sie die Wand leicht, damit die neue Mörtelmasse nicht zu schnell austrocknet.
- Verfugen Sie mit geeignetem Mörtel – bei historischem Mauerwerk empfiehlt sich Kalkmörtel statt Zementmörtel, da er flexibler ist und die Wand „atmen“ lässt.
Nach dem Antrocknen können Sie die Oberfläche leicht abbürsten, um ein gleichmäßiges Erscheinungsbild zu erzielen.
Beschädigte Ziegel austauschen
Ziegel, die durch Frost oder Feuchtigkeit beschädigt sind, sollten ersetzt werden. Entfernen Sie den alten Stein vorsichtig, reinigen Sie die Öffnung und setzen Sie einen neuen Ziegel mit passendem Mörtel ein. Achten Sie darauf, dass Farbe und Struktur möglichst gut zum Bestand passen – das ist nicht nur optisch wichtig, sondern auch für die Feuchtigkeitsregulierung.
Wenn Sie unsicher sind, lassen Sie sich von einem Maurer oder Restaurator beraten, der Erfahrung mit Altbauten hat.
Schutz vor Feuchtigkeit von unten und oben
Feuchtigkeit ist der größte Feind des Mauerwerks. Prüfen Sie regelmäßig, ob Dachrinnen und Fallrohre dicht sind und Regenwasser zuverlässig ableiten. Auch der Sockelbereich sollte intakt sein, und das Gelände rund ums Haus sollte leicht vom Gebäude weg geneigt sein, damit sich kein Wasser am Fundament sammelt.
Über Fenstern und Türen können Abtropfkanten oder kleine Gesimse helfen, Regenwasser von der Fassade fernzuhalten – eine einfache, aber wirkungsvolle Maßnahme.
Diffusionsoffene Oberflächenbehandlung
Wenn die Fassade stark der Witterung ausgesetzt ist, kann eine diffusionsoffene Imprägnierung sinnvoll sein. Sie macht die Oberfläche wasserabweisend, lässt aber Feuchtigkeit aus dem Inneren entweichen. Vermeiden Sie Produkte, die die Wand komplett abdichten – sie können Feuchtigkeit im Inneren einschließen und langfristig Schäden verursachen.
Alternativ können Sie die Fassade kalken, sofern sie ursprünglich gekalkt war. Kalk schützt vor Witterung, erhält die Atmungsaktivität und verleiht der Wand ein traditionelles Erscheinungsbild. Allerdings muss der Anstrich regelmäßig erneuert werden.
Regelmäßige Wartung zahlt sich aus
Nach der Sanierung ist regelmäßige Kontrolle entscheidend. Führen Sie einmal jährlich, am besten im Frühjahr, eine Sichtprüfung durch. Entfernen Sie Algen, reinigen Sie Dachrinnen und bessern Sie kleine Risse sofort aus. So verhindern Sie größere Schäden und sparen langfristig Kosten.
Charakter bewahren – Substanz erhalten
Die Pflege alten Mauerwerks dient nicht nur dem Schutz vor Wind und Wetter, sondern auch dem Erhalt der historischen Bausubstanz. Mit passenden Materialien und etwas Geduld bleibt Ihr Haus nicht nur schön, sondern auch gesund – und erzählt noch viele Jahre seine Geschichte.










